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Die Viller Mühle
zentrale Lage, unweit der Kö ...

Nur 87,3 km neben dem Carsh-Haus, also in unmittelbarer düsseldorfer Kö´ Nähe findet man die Viller Mühle, erstmals urkundlich erwähnt im Jahre 1291. Hier finden Sie am Rande eines Naturschutzgebietes eine idyllische Veranstaltungslokation wie wohl keine zweite auf der Welt.


Vom Konzert bis zur Hinrichtung ...

Veranstaltungen vom Konzert bis zur Hinrichtung, von der Gala bis zur Produktpräsentation. Alles ist möglich ! Laden Sie Ihre Kunden zu einer Hausmesse mit ganz besonderem Ambiete ein, oder nutzen Sie die zahlreichen Räumlichkeiten unterschiedlicher Größen für Ihre Geburtstagsfeier, Hochzeit, Jubiläum, Betriebsfest oder vieles mehr. Je nachdem welche Räume Sie nutzen finden zwischen 2 und 3.427 Personen problemlos einen Platz.


Wanderdüne
Bunker und Biergarten

Die Viller Mühle verfügt mit dem Bunker und dem Biergarten über eine attraktive Aussenanlage in wunderschöner Natur. Sitzen Sie direkt am Wasser an einem Seitenarm der Niers, der noch vor ca. 70 Jahren die riesigen Wasserräder und

Turbinen der Viller Mühle angetrieben hat.


öffentliche Veranstaltungen

In jedem Jahr finden wieder zahlreiche öffentliche Veranstaltungen an der Viller Mühle statt, zu denen dann auch einzelne Besucher kommen können um die Mühle zu besichtigen. So gibt es in jedem Jahr ein großes Open-Air Kabarett mit bekannten Künstler wie Missfits, Ingo Appelt, Herbert Knebels Affentheater, Atze Schröder und im Sommer 2007 Bernd Stelter.
Außerdem organisieren wir Themenmärkte wie z.b. den Instrumentenmarkt der seit mehreren Jahren mit wachsendem Erfolg läuft, außerdem sind ein Spargel- und ein Fotomarkt geplant. Auch der Pferde-, Pony- und Eselsmarkt fand reges Interesse. Nähere Informastionen finden Sie in der Rubrik "Aktuelle Termine".



Das Denkmal - Geschichtliches zur Viller Mühle ...

Luftaufnahme

Die Viller Mühle aus der Luft betrachtet


Die Viller Mühle ist eine stillgelegte Öl- und Getreidemühle, die in der heutigen Form ca. 1870 erbaut wurde. Sie steht unter Denkmalschutz.

 

Der Ort Viller wurde bereits 751/52 in einer Schenkungsurkunde der Abtei Echternach erwähnt. 1291 verkaufte ein Verwandter der Grafen von Geldern, Johann von Malberg, mit mehreren Gütern zwischen Gennep und Goch auch den Hof Hommersum an das Kloster Graefenthal. Zu diesem Hof gehörte die Viller Mühle. Die Mühle wurde mehrfach im 14. und 16. Jahrhundert erwähnt. Bei einer Flussinspektion und Mühlenschau am 28. August 1600 sind in Viller Korn- und Ölmühle genannt. Auch im 17. und 18. Jahrhundert taucht die Mühle in mehreren Urkunden auf. Mit der Säkularisation und Versteigerung der klösterlichen Gebäude (1802 wechselt auch die Mühle in Privathand, wurde zunächst verpachtet und schließlich 1806 an den Schankwirt Peter van Bergen für 10.000 Franken versteigert. 1849 war die Mühle noch im Eigentum der Erben von Lim. Spätestens 1853 war Peter Frans Mathysen Mühlenbesitzer. Er ließ ein drittes Wasserrad als separaten Antrieb für eine auch zuvor schon im Zusammenhang mit der Ölmühle betriebene Sägemühle anbringen. Die Gebrüder Johann und Ludwig Mathysen gelten als Neubegründer der Viller Mühle. Mit dem Antrag auf einen dritten Malgang 1869 ist möglicherweise das Baujahr des Mühlentraktes überliefert. 1877 stellten die Gebrüder Mathysen Antrag auf Anlage einer schmalspurigen Pferdebahn von der Viller Mühle zur Boxteler Bahn. Sie hatten sich auch gegenüber der Bahngesellschaft bereit erklärt, die Gebäude am neu einzurichtenden Haltepunkt Hassum zu bauen. Die NBDS nahm den neuen Bahnhof am 8. November 1877 in Betrieb. Die Mühle hatte auf dem Bahnhofsgelände ein Anschlussgleis, auf dem Güter in ihre Schmalspurwagen umgeladen werden konnten. Transportiert wurden mit der Bahn Getreide, Ölsaaten und Kohle. 1890 entstand das dem Mühltrakt vorgelagerte Wohnhaus und 1898 wurde das Kesselhaus für einen Zweiflammrohrkessel der Firma Jaques Piedboef als Ersatz für ein älteres Kesselhaus erbaut. Für 1912 ist der Bau eines neuen Schornsteins überliefert, und vermutlich entsteht in dieser Zeit in zwei Bauabschnitten auch der Silotrakt. Nachdem die Schrot- und Ölmühle 1913 total niederbrannte, musste deren Gebäude erneuert werden.


Arbeiterinnen der Viller Mühle

Arbeiterinnen an der Viller Mühle


Die Zahl der Beschäftigten stieg in dieser Zeit sprunghaft von 27 in den Jahren 1911/12 auf 45 in den Jahren 1913/14. Im Ersten Weltkrieg fiel die Arbeiterzahl wieder auf 30 und später auf 28. Bei einer Arbeitszeit von 7:00 bis 20:00 Uhr mit drei Pausen, wurden 10 Stunden am Tag gearbeitet.


Die Viller Mühle wurde seit 1930 nur noch mit Dampf und Strom betrieben. Mit Begradigung der Niers war die Mühle seit 1933 von der Antriebskraft Wasser abgeschnitten. 1940 wurde der Betrieb der Ölmühle eingestellt, 1972 auch die Getreidemühle gegen eine Stilllegungsprämie der Bundesregierung . Von da an wurden die Gebäude lediglich als Produktionsstätte und Lager für Tierfutter genutzt. Im Jahr 1994 erwarb der Puppenspieler Heinz Bömler die Viller Mühle und führte umfangreiche Instandsetzungsarbeiten durch, da die Gebäude nach der Stilllegung 1972 kaum noch gepflegt wurden. Im Jahr 2000 wurde die Anlage der Viller Mühle unter Denkmalschutz gestellt.


Beschreibung der denkmalwerten Gebäude

Die annähernd parallel zur Niers geführte alte Straße von Kessel nach Hommersum durchschneidet das aus mehreren Gebäuden bestehende Ensemble der Viller Mühle. Südlich der Straße liegt das ehemals zweigeschossige, herrschaftliche Wohnhaus der Mühlenbesitzer aus der Zeit um 1890 auf einem parkartigen Gelände. Es wurde Neorenaissanceformen errichtet und hat einen eingeschossigen Flügelbau für das ehemalige Büro. Das ehemals mit Mansarddach und Belvedere bekrönte Wohnhaus wurde um ein Geschoss reduziert, ist heute mit einem steilen Walmdach gedeckt und wird wegen der baulichen Reduktionen nicht mehr als Denkmal eingestuft.

 

Ebenfalls südlich der Straße Kessel - Hommersum steht in enger Nachbarschaft zum Wohnhaus der Mühlenbesitzer ein ehemals zur Mühle gehörendes Hofgebäude in unverputzter Backsteinarchitektur. Es war ursprünglich ein Hallenhaus aus der Zeit um 1890, an das um 1910 östlich ein Wohntrakt mit hohem Mansarddach und übergiebeltem Seitenrisalit angebaut wurde. Das Hallenhaus ist ein typischer Vertreter seiner Zeit mit dreiachsigem Wohngiebel und umlaufendem Konsolfries unter Traufen und Ortgang. Das steile Satteldach ist über dem Wohngiebel als Krüppelwalm ausgebildet. Tür- und Fensteröffnungen sind stichbogig geformt. In der Trauffassade befinden sich große Rolltore aus Holz als Zugang zum Stallteil. Das Gebäude ist denkmalwert als Teil der Gesamtanlage.

 

Nördlich der Straße steht auf winkelförmigem Grundriss die Getreidemühle. Sie gliedert sich in den zur Straße orientierten Silotrakt und den rechtwinklig daran ansetzenden Mahltrakt mit Nebengebäuden.

In einem Abstand von etwa zehn Metern folgt die Backsteinanlage der Ölmühle. Zwischen den beiden Mühlengebäuden floss die Niers. Das Wasser trieb an der Schmalseite des Mahltraktes ein Wasserrad, das in einem Radhaus untergebracht war (nicht erhalten). Zur Erschließung der Ölmühle führte über die Niers eine auf historischen Ansichten dargestellte Brücke, die wohl um 1930 zugeschüttet wurde und unter der Erdoberfläche noch erhalten sein dürfte.

Kern der Anlage ist der um 1870 errichtete Mahltrakt. Das schmale, lang gestreckte Backsteingebäude ist fünfgeschossig und hat 6 : 2 Achsen. Das sehr flache Satteldach tritt am Außenbau kaum in Erscheinung. Zwischen den Fenstern ist der Bau durch Wandvorlagen und als doppeltes Deutsches Band ausgebildete Geschossgesimse gegliedert. Unter der Traufe befindet sich ein kräftiges Konsolgesims aus gelben Verblendsteinen. In den Normalgeschossen sitzen segmentbogige Fenster, die über dem Sturz von Klötzchenfriesen begleitet werden. Das fünfte Obergeschoss wird belichtet von zwillingsweise gekuppelten, schlanken Rundbogenfenstern, deren Stürze mit gelben Ziegeln von den ziegelroten Wandflächen abgesetzt sind. In den Öffnungen sind die kleinteiligen Gusseisenfenster erhalten.

Die innere Konstruktion des Gebäudes besteht aus Holzstützen in zwei Reihen. Die Stützen tragen längslaufende Unterzüge, auf denen die querlaufenden Balken für die Holzdecke auflagern. Die Aussparungen in den Decken dienten wohl als Durchlass für die Antriebselemente. Der vertikale Transport des Kornes erfolgte durch einen Sackaufzug und durch einen Elevator, der das Korn in zwei aus Bohlen gezimmerte Kammern im fünften Obergeschoss förderte.

Im Erdgeschoss befand sich eine Reihe von Fundamentblöcken aus Beton, auf denen wohl die Antriebswelle mit entsprechenden Antriebsrädern gelagert war. Auf diese Welle wirkten sowohl die Drehbewegung des Wasserrades, wie auch der im benachbarten Maschinenhaus aufgestellten Dampfmaschine. Die Kraftübertragung zu den Mahlgängen im Obergeschoss erfolgte wohl durch Transmissionsriemen.

An der östlichen Traufseite grenzen direkt an den Mahltrakt zwei parallel angeordnete eingeschossige Backsteinbauten für Dampfmaschine und Kessel. Auf das Kesselhaus folgt in einigem Abstand der hohe Schornstein. Der Fuchs zwischen Kesselhaus und Schornstein ist teilweise erhalten. Im inneren der beiden Gebäude sind technische Ausstattungsteile nicht erhalten. Im Maschinenhaus weisen farbige Fußbodenfliesen noch die Lage der Dampfmaschine aus.

 

An der anderen Seite des Mahltraktes ist in Parallellage das Wohnhaus des Müllermeisters angefügt. Es ist ein zweigeschossiger Backsteinbau mit weit überkragendem Satteldach und 5 : 1 Achsen. Ein niedrigerer Zwischentrakt vermittelt zum Mühlengebäude. In den stichbogigen Öffnungen sind überwiegend die alten Holzfenster und die Hauseingangstür erhalten. Im Inneren ist die ursprüngliche ursprüngliche Grundrissdisposition mit den alten Zimmertüren überliefert.

 

Das Silogebäude ist ebenfalls ein schmaler lang gestreckter Backsteinbau mit flachem Satteldach, der in zwei nicht allzu weit auseinander liegenden Bauphasen um 1910 errichtet wurde. Der Gebäudeteil mit den Silos ist im unteren Bereich fensterlos und wurde über die östliche Schmalseite belichtet (Fenster zugemauert). Der später angefügte westliche Gebäudeteil hat 3 : 3 Achsen mit schwach segmentbogigen Fenstern. Das oberste Geschoss sitzt über einem Konsolfries und ist reich gegliedert mit Rundbogenfenstern und rundbogigen Blendnischen. Fenster und Nischen werden im älteren Gebäudeteil von gelben Verblendziegeln umrahmt. Auch der Konsolfries unter der Traufe ist aus gelben Ziegeln. Analog zum Mahltrakt sind die Fassaden mit Wandvorlagen gegliedert. In den Öffnungen sind die kleinsprossigen Metallfenster erhalten. An der Südseite ist der Trauffassade eine Rampe mit Pultdach vorgelagert. An der Nordseite ist auf ganzer Länge ein zweigeschossiger Erweiterungsbau mit Pultdach angefügt worden. Auf dem Dach ist in einem kubusförmigen Aufsatz mit Zeltdach ein Wasserbehälter untergebracht.

Im Inneren sind im eigentlichen Silotrakt die Betonsilos erhalten. Die hier ebenfalls untergebrachten Holzsilos wurden ausgebaut. Im westlichen, durchfensterten Gebäudeteil befinden sich Geschossdecken aus Beton. Zur Erschließung der Obergeschosse dient eine Wendeltreppe aus Gusseisen. Auf den Geschossebenen befinden sich Einrichtungen zum Reinigen und Trocknen des Getreides. Elevatoren sorgten für die Förderung des Getreides in die Silos.

 

Die Ölmühle ist ein dreiteiliger Backsteinkomplex von 1913 mit hohem Silogebäude als Kopfbau, Mitteltrakt für Kollergang und Mischer und Lagerhalle.

Das kubusförmige Silogebäude mit 3 : 3 Achsen ist gegliedert durch Wandvorlagen und mehrfach gestuftem Traufgesims, über das sich eine Attika erhebt, die das Dach vollständig verdeckt. Ein Stabwerk aus gelben Ziegeln unterteilt die Zone unter dem Traufgesims in schmale Wandstreifen. Dieses Gestaltungsmittel wird auch eingesetzt, um die schlank-hochrechteckigen Fenster in beiden Seitenfassaden in ein rasterartiges Netz von Backsteinpfeilern, Fensterstützen und Sohlbanken einzufügen. Die Öffnungen im Mitteltrakt und Lagerhalle sind segmentbogig mit Stürzen, Sohlbänken und Klobensteinen aus gelben Ziegeln. Beide Gebäudeteile werden auch mit Wandvorlagen gegliedert.

Im Inneren der Ölmühle befanden sich im Silobau die Betonsilos, die über Elevatoren und Schnecken mit Ölsaat gefüllt wurden. Unter diesem Gebäude soll sich im Bereich der durchfensterten Wandflächen noch die Turbine befinden. Die Turbine trieb über Transmissionsriemen eine noch erhaltene, quer durch alle Gebäudetrakte hindurchführende Transmissionswelle mit zahlreichen Antriebsscheiben. Von hier aus wurden mit Riemen Elevatoren, Kollergang (nicht erhalten) und Mischanlage angetrieben. Zwei der älteren Mischbehälter aus Holz sind noch erhalten.

 


Bedeutung

De Beijer Ansicht Viller Wassermühle

De Beijer: Blick auf die Viller Wassermühlen an der Niers, 18. Jhd.


Mit der urkundlichen Erwähnung 1291 gehört die Viller Mühle zu den ältesten am Niederrhein. Die aufstehenden Gebäude überliefern den Standort dieser Mühle und sind daher in orts- und regionalgeschichtlicher Hinsicht von Bedeutung.

In Architektur und Technik gehört das rezente Objekt einer späteren Technologiestufe an, die in England Ende des 18. Jahrhunderts und in Deutschland mit der ersten Dampfmühle 1822 in Berlin begann. Im Zuge der Industrialisierung entstanden immer zahlreichere Dampfmühlen, die den althergebrachten Wind- und Wassermühlen heftige Konkurrenz bereiteten und das vielbeklagte Mühlensterben bewirkten. Die Dampfmühle war mit ihrem zentralen Antriebselement, den Transmissionswellen und –riemen wie eine Fabrik aufgebaut. Die aus dem Antriebssystem und der Fördertechnik noch zahlreichen Elemente in der Viller Mühle verweisen auf den fabrikmäßigen Betrieb und sind bedeutend für die Entwicklung der Arbeits- und Produktionsverhältnisse. Sie sind umso wertvoller, als in anderen Fabriken durch Modernisierungen solche Elemente heute nicht mehr erhalten sind. Durch die abseitige, ländliche Lage hat sich dadurch für die industriearchäologische Forschung in Goch ein wertvolles Objekt erhalten.

Die Dampfmühlen des 19. Jahrhunderts bereicherten das Landschaftsbild, besonders des flachen Landes, mit ihren schmalen, hohen Bauten um einen ungewohnten Zug. In der architektonischen Detailgestaltung ist die Viller Mühle ein typisches Zeugnis des späten 19. Jahrhunderts. Es ist eine sachliche Formensprache, die noch gespeist wird aus dem im Klassizismus begründeten Rundbogenstil und zugleich in ihrer kubischen Schlichtheit die Moderne vorbereitet. Bemerkenswert ist die große Anzahl erhaltener Architekturdetails, wie z.B. die gusseisernen Fenster und Treppen. Insofern ist die Viller Mühle ein Dokument für den Wandel des Landschaftsbildes und die wesentlich vom Industriebau geprägte Entwicklung der Architektur auf dem Weg zur Moderne.


25.08.2016